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Wie immer in Wilhelm Genazinos Romanen promeniert ein Mann durch die Stadt
und beobachtet die Menschen. Aus beiläufigen Details entwickelt er seine
Gedanken, immer getrieben vom Drang, in die Ereignisse Bedeutung zu
interpretieren. Daß der Roman dabei nicht der Gefahr der Beliebigkeit
anheimfällt, die Genazinos Prosastücke der immer gleichen Machart durchaus
in sich tragen, verdankt er seinem Leitmotiv: der Lächerlichkeit, die sein
Erzähler schamvoll empfindet und über die er sinniert.
Alles beginnt damit, daß der Erzähler zu verschiedenen Gelegenheiten des
Lachens seiner Mitmenschen gewahr wird, das ihm gilt. Dieses
Ausgelachtwerden verunsichert, verstört, ja bedroht ihn. Er beginnt auf
Reaktionen der Menschen zu achten, entwickelt Theorien, woher die Lächerlichkeit stammt,
unterscheidet die innere (man lacht über sich selbst) und
die äußere Form (man wird zum Gespött der anderen) und wünscht sich eine Welt, in der es nur innere Lächerlichkeit gäbe, weil es nur dann möglich wäre, mit anderen ohne sie zu verletzen über ihre und die eigene Lächerlichkeit zu reden.
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Durch den Roman hinweg begleiten ihn eine Handvoll von Nebenfiguren. Da ist
zum Beispiel Wanda, die nach einem Bandscheibenvorfall das Tanzen aufgeben
muß. Mehr als der eigentliche Verlust des Tanzens schmerzt sie die Aufgabe
ihrer heimlichen Vorstellung eines Doppellebens, zurückgeworfen auf ihre
Arbeit als kleine Büroangestellte. Oder der Hochstapler Wischnewski, der
die Menschen für seine hochtrabenden Pläne zu begeistern vermag, ohne
jemals auch nur einen davon in die Realität umzusetzen, etwa einen
Stadtplan mit eingezeichneten Fluchtwegen, um jederzeit und aus jeder
Situation fliehen zu können oder das Institut für Zeitpunktsforschung, das
für jede Handlung den richtigen Zeitpunkt zu ermitteln sucht.
Und schließlich sind da die titelgebenden Kassiererinnen des Prezzo-Prezzo,
eines Supermarkts, den der Erzähler oft nur deswegen besucht, um über diese
Frauen, von denen er nichts weiß als den in falscher Intimität auf
Ansteckschildern präsentierten Vornamen, nachzudenken, und sich ihr Leben auszumalen.
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